Funny van Dannen dürfte ein sehr zwiespältiges Verhältnis zum Kapitalismus haben. Während er zuerst versucht den Kapitalismus zu lieben, weil er ihn lebt, kann er ihn dann doch nicht lieben, da er nicht mit kapitalistischen Werten erzogen wurde. Jedoch hat ihn der Kapitalismus dorthin gebracht, wo er heute ist, denn trotzallem hat er heute alles was er für ein schönes Leben braucht. Van Dannen vertritt die Meinung, dass Kapitalismus jeden von uns verbindet.
Kinder versuchen in der Schule gute Noten zu erzielen, damit sie im späteren Leben gute Jobaussichten haben und eines Tages viel Geld verdienen, damit sie ein Leben im Wohlstand führen können. Kapitalismus ist essentiell für unsere Gesellschaft. Weder können wir auf ihn verzichten, noch kann der Kapitalismus ohne uns bestehen.
Wie wirkt sich der Kapitalismus ganz konkret auf mein Leben aus?
Natürlich strebe auch ich, wie so ziemlich jeder andere auch, ein Leben im Wohlstand an. Schon seit frühester Kindheit wurde mir das Bild vermittelt, dass ich, vorausgesetzt ich vernachlässige meine schulischen Pflichten, ein schlechtes Leben führen werde. Schlecht in dem Sinn, dass ich meinen gewohnten Lebensstandard nicht halten könne.
Ich kann mir nicht vorstellen auf meinen Besitz, auf meine Kleidung, auf mein Handy oder auf mein Auto zu verzichten. Oft denke ich daran, dass ich, wenn ich keinen gut bezahlten Job habe, längst nicht mehr so leben könnte, wie ich es bis jetzt getan habe. Deshalb ist mir klar, dass ich etwas studieren muss, damit ich eines Tages gute Chancen auf einen Job habe, in dem ich gut verdiene, damit ich meinen Lebensstandard so fortführen kann, wie ich es die längste Zeit getan habe.
Welche Chancen und Zwänge erlebste ich persönlich durch das Leben in diesem Wirtschaftssystem?
Oft erwische ich mich dabei, wie ich mir vorstelle, was ich nicht alles kaufen könnte, wenn mein Kontostand plötzlich im 7 bis 8 stelligen Bereich liegen würde. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass ich damit allein bin. Jeder träumt doch insgeheim davon Millionär zu sein. Nicht mehr nachdenken zu müssen, ob man sich diese Hose nun leisten kann, oder nicht. Einfach ein Leben ohne Geldsorgen zu führen. Um dieses Ziel zu erreichen stehen millionen von Menschen jeden Morgen auf, um sich auf den Weg in die Arbeit zu machen, um eines Tages ein Leben im Wohlstand zu führen. Die Realität sieht aber oft anders aus. Anstatt ihr eigenes Budget aufzubesseren, bessern sie das ihrer Chefs und Arbeitgeber auf.
Zu meinen persönlichen Zwängen kann ich sagen, dass ich nie auf mein Auto oder auf mein Handy verzichten wollen würde. Ganz im Gegenteil. Man möchte immer mehr und mehr. Warum sollte ich auch darauf verzichten? Damit ich mich gegen das System stelle und kein Teil unserer modernen Markgesellschaft bin?
So traurig das auch klingen mag, bin ich nicht der Einzige der so denkt. Ganz im Gegenteil. Mittlerweile denkt vermutlich jeder genau so. Ausnahmen sollen aber selbstverständlich auch vorkommen.
Wie wird meine Zukunft in diesem System aussehen? Werde ich ein kleines Rädchen im System sein?
Ich möchte natürlich kein "kleines Rädchen" des Systems sein, jedoch ist es auch schwer ein "großes Rädchen" des Systems zu sein. Die meisten Berufe die ich kenne leben den Kapitalismus. Der Kapitalismus ist das System in dem wir leben und nur durch ihn kann eine Welt wie die unsere bestehen. Wie schon vorher erwähnt kann ich mir kaum vorstellen meinen Lebenstil zu ändern. Man lebt gut und denkt einfach nicht darüber nach, was man besser machen könnte. Wenn ich etwas will und es in meinem Budget liegt, dann kauf ich es mir auch.
Kann man überhaupt etwas gegen den Kapitalismus tun, wenn man in diesem System lebt?
Natürlich könnte man - vorausgesetz man will - etwas gegen das System Kapitalismus tun. Teure Kleidung, das neueste Smartphone oder Luxus im allgemeinen müssen dann aber der Vergangenheit angehören. Ein nachhaltiger Lebensstil wäre pflicht. In einer Stadt wie Wien ist es schwer auf den Kapitalismus und die moderne Marktgesellschaft zu verzichten. Nicht zuletzt weil Wohnen in Wien sehr teuer ist.
Wie würde dein Leben ohne ein kapitalistisches System aussehen?
Ein Leben ohne kapitalistisches System würde die Gesellschaft von Grund auf verändern. Jedoch kann ich nicht genau sagen nach welchen Werten wir streben würden. Einer wäre sicherlich, eine Familie zu gründen. Auch Religionen und dem Glauben an sich würde definitv mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Jedoch stelle ich mir hier die Frage, an was Atheisten glauben würden. An welche Werte würden sie glauben? Vielleicht wären Menschen ja netter zueinander. Vielleicht würde das Ende des Kapitalismus auch das Ende von Verbrechen und Kriegen bedeuten. Letztlich lässt sich nur sagen, dass dies alles nur Überlegungen sind. Wie eine Welt ohne Kapitalismus aussehen würde werden wir aber höchstwahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr erleben.
Beurteilungskriterium
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Abstufungen
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Analyse des Lieds
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persönliche Analyse der aktuellen Situation und der Zukunft
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Überlegungen Leben ohne Kapitalismus
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Lieber Sebastian,
AntwortenLöschenVon all deinen Beiträgen, die ich bis jetzt gelesen habe, gefällt mir dieser hier mit Abstand am besten. Du hast dich sehr ausführlich mit dem Thema auseiandergesetzt und bist wirklich in die Tiefe gegangen. Deine ehrlichen Überlegungen finde ich wirklich sehr interessant! Ich weiß auch nicht, wohin sich die Menschen ohne Kapitalismus wenden würden, aber eines erscheint mir sicher, allgemeine Liebe würde trotzdem nicht herrschen. So ist der Mensch meiner Meinung nicht "gemacht"...! Super Beitrag!